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

Vermisstenfälle

Daniel Eberhardt

Fotos

Kurzfassung:

Geboren: 15.11.1988

Vermisst seit: 25.10.2004

Augenfarbe: -

Haarfarbe: -

Am 25.10.2004 verschwindet der 15-jährige Daniel Eberhardt

spurlos. Den Unterricht in der Anna-Essinger-Realschule in

Ulm besucht er an diesem Tag bis zur letzten Stunde. Dann will

er wahrscheinlich mit dem Zug zum Vater, der im nahe

gelegenen Elchingen-Thalfingen lebt. Dort kommt er nicht an.

Zusammenfassung:

Geändert: 19.03.2020

Ulm - Daniel ist immer da. Er lacht von den Bildern an den Wänden. Er besucht Karola Eberhardt nachts in ihren Träumen. Er ist es, an den sie

tagsüber denkt, und der sie beim Frühstück und beim Abendessen ansieht. „Gott schütze dich, Daniel“, hat seine Mutter auf den Fotorahmen

geschrieben, der auf dem Tisch steht. Für Daniel hat sich Karola Eberhardt an die Fersen von Drückerkolonnen geheftet, sie hat sich mit der

Fremdenlegion in Frankreich auseinandergesetzt, sie ist zum Zweiten Deutschen Fernsehen und zur „Bild“-Zeitung gegangen. „Ich wäre so froh, wenn

ich das alles nicht mehr bräuchte“, sagt die Mutter. Doch sie hofft, auf diesen Wegen ihren Sohn wiederzufinden. Seit mehr als sieben Jahren ist sie

auf der Suche. Inzwischen kann sie sich schon fast nicht mehr vorstellen, wie es ist, wenn er wirklich wieder da wäre. Das Bild werde immer

schwächer, sagt sie.

Am 25. Oktober 2004 verschwindet Daniel, damals ist er 15

Den Unterricht in der Anna-Essinger-Realschule in Ulm besucht er an diesem Tag bis zur letzten Stunde. Dann will er wahrscheinlich mit dem Zug zum

Vater, der im nahe gelegenen Elchingen-Thalfingen lebt. Daniels ehemaliger Basketballtrainer sieht, wie der Junge um 17.29 Uhr in die Regionalbahn

in Richtung Heidenheim steigt. Auch während der Fahrt wird Daniel gesehen. Wo er aussteigt, beobachtet allerdings niemand. Fest steht: der ­15-

Jährige kommt beim Vater nicht an.

Dass Daniel verschwunden ist, merken die Eltern erst später. Der Vater denkt, der Sohn sei bei der Mutter; die Mutter wähnt ihn beim Exmann. Als sich

diese Annahme als Missverständnis entpuppt, alarmiert Karola Eberhardt die Polizei. Die Beamten versuchen sie zu beruhigen. Viele Jugendliche

verschwänden und tauchten bald darauf wieder auf, sagen sie. Wahrscheinlich wolle Daniel einfach die Nacht zum Tag machen. Aber Daniel taucht

nicht wieder auf. Auch am nächsten Tag in der Schule nicht. „Dann“, sagt Karola Eberhardt, „ging der Horror los.“ Die Mutter hat einen

Nervenzusammenbruch, fast drei Monate kann sie nicht arbeiten. Schlafen geht, wenn überhaupt, nur mit sehr starken Medikamenten. Sie beginnt

mehrmals eine Therapie, bricht aber immer wieder ab. Sie glaubt nicht, dass ihr Psychologie hilft. Karola Eberhardt glaubt, dass ihr nur ein

Lebenszeichen von Daniel hilft. „Ein Lebenszeichen ist Frieden.“

Zu jedem Fest kauft sie ihrem Sohn ein Geschenk

An der Wand in Daniels Zimmer hängen Poster von schnellen Autos, auf seinem Bett sitzt ein Teddybär, auf seinem Schreibtisch steht ein Computer.

Daniel hat dieses Zimmer noch nie betreten, er kennt es gar nicht. Seine Mutter ist erst nach seinem Verschwinden in die Wohnung gezogen, sie hat

extra eine mit drei Zimmern gemietet. Damit Daniel Platz hat, wenn er wiederkommt. Dann kann er auch all die Briefe lesen, die ihm seine Mutter

geschrieben hat, seit er fort ist. Und er kann die Geschenke öffnen, die sie ihm seither zu jedem Fest gekauft hat. Sie stehen verpackt in einer Vitrine.

„Da kann man jetzt vielleicht meinen, dass das verrückt ist“, sagt Karola Eberhardt mit wackeliger Stimme. Aber sie könne doch nicht so tun, als gäbe

es Daniel nicht mehr. „Das ist normales Traumaverhalten“, sagt die Polizei. Für eine Mutter gebe es nichts Schlimmeres, als ein Kind zu verlieren und

keine Spur von ihm zu haben, sagt Wolfgang Jürgens von der Polizeidirektion Ulm. Im November ist über den Fall in einer Spezialausgabe von

„Aktenzeichen XY..ungelöst“ berichtet worden. Die Polizisten hatten gehofft, dass ein Zuschauer den schwarzen Rucksack wiedererkennt, den Daniel

am 25. Oktober 2004 bei sich hatte, und sie weiterbringt.

Kurz nach seinem Verschwinden war Daniel schon einmal über diese Sendung gesucht worden. 15 Anrufer meldeten sich damals. Zwei von ihnen

wollten den Jungen im Ausland gesehen haben, einer in einem Zug bei Buchloe, ein anderer in einer Drückerkolonne bei Augsburg. Die Ermittler in

Ulm haben alle Hinweise geprüft, eine heiße Spur fanden sie nicht.

Sie glauben nicht mehr, dass der fast 1,80 Meter große, durchtrainierte Daniel das Opfer eines Verbrechers geworden ist. Sie haben mit Hunden und

Hubschraubern Waldstücke durchforstet, in denen sich der Junge manchmal aufgehalten hat. Ohne Ergebnis. Außerdem gibt es eine gesicherte DNA

von Daniel. Bisher wurde sie noch bei keinem unbekannten Toten entdeckt. Karola Eberhardt weiß, dass die Polizisten einen Selbstmord ihres Sohnes

nicht ausschließen. In seinem Schließfach in der Schule haben die Beamten seinen Geldbeutel samt Papieren gefunden, seine Brille und sein Handy.

Nichts, was einer zurücklässt, der von zu Hause ausreißen will. Doch die Mutter kann nicht glauben, dass ihr Daniel sich das Leben genommen hat.

Am Ende seines letzten Schultages hatte er sich doch mit dem Techniklehrer über den kurz zuvor durchgenommenen Stoff unterhalten. „Jemand, der

so aufgeschlossen ist, will doch nicht abschließen“, sagt Karola Eberhardt, die wie die Polizei weiß, dass ihr Sohn zunehmend verschlossen war, unter

der Trennung seiner Eltern litt und wenig Freunde hatte

Quelle: https://daniel-eberhardt-vermisst.de/
Dokumente (klicken zum Download): Flyer 1 HINWEISE/Belohnung
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Daniel Eberhardt

Geboren: 15.11.1988

Vermisst seit: 25.10.2004

Zusammenfassung:

Ulm - Daniel ist immer da. Er lacht von den Bildern an den

Wänden. Er besucht Karola Eberhardt nachts in ihren

Träumen. Er ist es, an den sie tagsüber denkt, und der sie

beim Frühstück und beim Abendessen ansieht. „Gott schütze

dich, Daniel“, hat seine Mutter auf den Fotorahmen

geschrieben, der auf dem Tisch steht. Für Daniel hat sich

Karola Eberhardt an die Fersen von Drückerkolonnen

geheftet, sie hat sich mit der Fremdenlegion in Frankreich

auseinandergesetzt, sie ist zum Zweiten Deutschen

Fernsehen und zur „Bild“-Zeitung gegangen. „Ich wäre so

froh, wenn ich das alles nicht mehr bräuchte“, sagt die

Mutter. Doch sie hofft, auf diesen Wegen ihren Sohn

wiederzufinden. Seit mehr als sieben Jahren ist sie auf der

Suche. Inzwischen kann sie sich schon fast nicht mehr

vorstellen, wie es ist, wenn er wirklich wieder da wäre. Das

Bild werde immer schwächer, sagt sie.

Am 25. Oktober 2004 verschwindet Daniel, damals ist er

15

Den Unterricht in der Anna-Essinger-Realschule in Ulm

besucht er an diesem Tag bis zur letzten Stunde. Dann will er

wahrscheinlich mit dem Zug zum Vater, der im nahe

gelegenen Elchingen-Thalfingen lebt. Daniels ehemaliger

Basketballtrainer sieht, wie der Junge um 17.29 Uhr in die

Regionalbahn in Richtung Heidenheim steigt. Auch während

der Fahrt wird Daniel gesehen. Wo er aussteigt, beobachtet

allerdings niemand. Fest steht: der ­15-Jährige kommt beim

Vater nicht an.

Dass Daniel verschwunden ist, merken die Eltern erst später.

Der Vater denkt, der Sohn sei bei der Mutter; die Mutter

wähnt ihn beim Exmann. Als sich diese Annahme als

Missverständnis entpuppt, alarmiert Karola Eberhardt die

Polizei. Die Beamten versuchen sie zu beruhigen. Viele

Jugendliche verschwänden und tauchten bald darauf wieder

auf, sagen sie. Wahrscheinlich wolle Daniel einfach die

Nacht zum Tag machen. Aber Daniel taucht nicht wieder auf.

Auch am nächsten Tag in der Schule nicht. „Dann“, sagt

Karola Eberhardt, „ging der Horror los.“ Die Mutter hat einen

Nervenzusammenbruch, fast drei Monate kann sie nicht

arbeiten. Schlafen geht, wenn überhaupt, nur mit sehr

starken Medikamenten. Sie beginnt mehrmals eine Therapie,

bricht aber immer wieder ab. Sie glaubt nicht, dass ihr

Psychologie hilft. Karola Eberhardt glaubt, dass ihr nur ein

Lebenszeichen von Daniel hilft. „Ein Lebenszeichen ist

Frieden.“

Zu jedem Fest kauft sie ihrem Sohn ein Geschenk

An der Wand in Daniels Zimmer hängen Poster von

schnellen Autos, auf seinem Bett sitzt ein Teddybär, auf

seinem Schreibtisch steht ein Computer. Daniel hat dieses

Zimmer noch nie betreten, er kennt es gar nicht. Seine

Mutter ist erst nach seinem Verschwinden in die Wohnung

gezogen, sie hat extra eine mit drei Zimmern gemietet. Damit

Daniel Platz hat, wenn er wiederkommt. Dann kann er auch

all die Briefe lesen, die ihm seine Mutter geschrieben hat,

seit er fort ist. Und er kann die Geschenke öffnen, die sie ihm

seither zu jedem Fest gekauft hat. Sie stehen verpackt in

einer Vitrine. „Da kann man jetzt vielleicht meinen, dass das

verrückt ist“, sagt Karola Eberhardt mit wackeliger Stimme.

Aber sie könne doch nicht so tun, als gäbe es Daniel nicht

mehr. „Das ist normales Traumaverhalten“, sagt die Polizei.

Für eine Mutter gebe es nichts Schlimmeres, als ein Kind zu

verlieren und keine Spur von ihm zu haben, sagt Wolfgang

Jürgens von der Polizeidirektion Ulm. Im November ist über

den Fall in einer Spezialausgabe von „Aktenzeichen

XY..ungelöst“ berichtet worden. Die Polizisten hatten gehofft,

dass ein Zuschauer den schwarzen Rucksack

wiedererkennt, den Daniel am 25. Oktober 2004 bei sich

hatte, und sie weiterbringt.

Kurz nach seinem Verschwinden war Daniel schon einmal

über diese Sendung gesucht worden. 15 Anrufer meldeten

sich damals. Zwei von ihnen wollten den Jungen im Ausland

gesehen haben, einer in einem Zug bei Buchloe, ein anderer

in einer Drückerkolonne bei Augsburg. Die Ermittler in Ulm

haben alle Hinweise geprüft, eine heiße Spur fanden sie

nicht.

Sie glauben nicht mehr, dass der fast 1,80 Meter große,

durchtrainierte Daniel das Opfer eines Verbrechers

geworden ist. Sie haben mit Hunden und Hubschraubern

Waldstücke durchforstet, in denen sich der Junge manchmal

aufgehalten hat. Ohne Ergebnis. Außerdem gibt es eine

gesicherte DNA von Daniel. Bisher wurde sie noch bei

keinem unbekannten Toten entdeckt. Karola Eberhardt weiß,

dass die Polizisten einen Selbstmord ihres Sohnes nicht

ausschließen. In seinem Schließfach in der Schule haben die

Beamten seinen Geldbeutel samt Papieren gefunden, seine

Brille und sein Handy. Nichts, was einer zurücklässt, der von

zu Hause ausreißen will. Doch die Mutter kann nicht

glauben, dass ihr Daniel sich das Leben genommen hat. Am

Ende seines letzten Schultages hatte er sich doch mit dem

Techniklehrer über den kurz zuvor durchgenommenen Stoff

unterhalten. „Jemand, der so aufgeschlossen ist, will doch

nicht abschließen“, sagt Karola Eberhardt, die wie die Polizei

weiß, dass ihr Sohn zunehmend verschlossen war, unter der

Trennung seiner Eltern litt und wenig Freunde hatte

Quelle: https://daniel-eberhardt-vermisst.de/
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